Haben Beklemmungen zuviel Macht über Sie?

Angst ist eine ganz normale und nützliche Emotion in unserem Leben. Im Kindesalter hatten Sie bestimmt ziemliche Furcht vor verschiedenen Dingen und/oder Situationen, etwa vor dem bösen schwarzen Mann. Später haben sich sicher die meisten dieser Ängste in Luft aufgelöst – durch den Erfahrungsschatz im Erwachsenenalter. Dennoch kann es auch im Erwachsenenalter passieren, dass Angstgefühle den Tagesablauf eines Menschen beherrschen. Einzelne Rest-Ängste wurden nicht überwunden und haben sich zu sogenannten krankhaften Angststörungen herausgebildet. Diese sind mehr als eine normale Furcht und beeinträchtigen den normalen Lebensrhythmus eines Menschen. Diese dauerhaft zu überwinden, ist eine besondere Hürde. Ergeht es Ihnen womöglich auch so? Bestimmt wünschen Sie sich in solchen Sekunden, rational handeln zu können. Allerdings ist es gar nicht so einfach, so eine alte Angst aus dem Kindesalter einfach so wieder loszuwerden.

Erst einmal hinter den Vorhang schauen

Ehe Sie den Kampf gegen Ihre Furcht beginnen können und idealerweise loswerden, müssen Sie zuerst einmal ganz genau wissen, was diese Angstgefühle bei Ihnen auslöst. Die Ursache Ihrer beherrschenden Furcht ist eigentlich immer so individuell wie man selbst. Denken Sie doch darüber nach, was für Begebenheiten aus Kindertagen zum ersten Mal diese Angst ausgelöst haben. Zu den häufigsten Angststörungen gehören die Furcht vor großen Höhen, Spinnentieren, kleinen Räumen (wie etwa Aufzüge oder der Keller) und dem Fliegen. Auch ist die Angst vor großen Hunden (Dobermann, Bulldogge etc.) durchaus gang und gäbe. Die Hintergründe sind sehr unterschiedlich. Und es gibt unzählige Betroffene, auch wenn diese sehr ungern über Ihre Angststörung reden. Sich zu fürchten erscheint vielleicht harmlos, wenn man allerdings selbst betroffen ist, kann es den Alltag eines Menschen erheblich beeinflussen. Daher ist es notwendig, erst einmal die Hintergründe Ihrer krankhaften Angststörung zu erkunden und möglichst präzise die Trigger zu bestimmen. Im Endeffekt ist es mit dem Angstgefühl genauso wie mit vielen Dingen im Leben: nur wer das Problem kennt, kann eine Lösung für sein Problem finden. Denken Sie in Ruhe und einmal ganz genau nach, wann und warum Ihre Phobie erstmals zutage trat und in welchen Situationen sie dies nunmehr tut. Machen Sie am besten eine Liste aller Begebenheiten. Verwandeln Sie Ihre Phobie in etwas Plastisches und nehmen Sie ihr so einen Teil des Schreckens. Wenn Sie dies gemeistert haben, haben Sie den ersten Step erledigt, und Sie wissen nun im Detail, wo Ihre Angstgefühle liegen.

Die Angst ist immer dabei

Überlegen Sie im Detail, wie sich das Angstgefühl auf Ihre tägliche Routine auswirkt. Vielleicht fahren Sie eine Phobievermeidungsstrategie? Möchten Sie hingegen Ihre Angststörung auf Dauer in den Griff kriegen, ist dies ein nicht so geeigneter Einfall. Auch Ihr Umfeld bleibt leider nicht von Ihrer Angst verschont. Haben Sie beispielsweise eine Phobie vor Hunden, wird eine Runde in der freien Natur sehr schnell zum Hindernisparcours. Ähnlich kompliziert ist auch eine Phobie vor Bienen, da diese Tiere insbesondere während der warmen Tage so gut wie überall vertreten sind. Egal ob im Wohnzimmer, in der Küche oder auch im Garten, unentwegt trifft man auf diese Geschöpfe, und da kann das Leben schon zu einem echten Spießrutenlauf werden. Im Gesundheitsbereich indessen ist mit Panikattacken nicht zu spaßen! Schließlich kann es eines Tages notwendig sein, sich einer Operation unterziehen zu müssen und hierbei kann unter Umständen jede Minute lebenswichtig sein. Wenn an so einem Punkt dann die Angststörung aufpoppt, kann kostbare Zeit verstreichen und es besteht im schlimmsten Fall Lebensgefahr. Unabhängig davon, ob eine Angst bloß ungefährlich ist oder eventuell doch eine tickende Zeitbombe, die zurückerlangte Lebensqualität sollte Grund genug sein, seine Angst besiegen zu wollen. Sehnen Sie sich nicht hin und wieder nach einem unabhängigen Leben – ohne Phobien?

Wege, die krankhafte Angst in den Griff zu bekommen

Bestimmt kennen Sie die aufkommende Panik, jedes Mal wenn die Angst von Ihnen Besitz ergreift und Sie sich bloß noch aufgeschmissen fühlen. Nicht nur, dass Sie selbst nicht begreifen, was mit Ihnen momentan geschieht, auch die anderen Leute registrieren dies und können Ihnen dabei i.d.R. nicht helfen. Die Anzahl der Ansatzmöglichkeiten Ihre Panik loszuwerden hängen davon ab, seit wann sie davon betroffen sind und wie markant Sie Ihre krankhafte Angst behindert. Die Psychotherapie ist eine ausgereifte Vorgehensweise, allerdings dauert diese fast immer am längsten. Für sehr prägnant ausgeprägte Angststörungen ist sie sehr sinnvoll. Die Vorgehensweise ist hier recht simpel: Angststörungen erkennen, verstehen und so die Panik loswerden. Sie möchten es dann doch lieber selbst und ohne therapeutische Unterstützung versuchen? Auch in diesem Fall gibt es Ansätze. Aussichtsreiche Resultate wurden mit der sogenannten Reizkonfrontationstherapie erreicht. Sie lernen dabei, mit Ihrer Angststörung umzugehen und deren Macht durch die richtigen Gedanken aktiv zu steuern. Bei einer einfachen Angststörung können auch einfache Entspannungstechniken, wie etwa autogenes Training, nützlich sein. Indem Sie Stress vermeiden, entspannen sich ganz unbewusst auch komplett Ihre Muskeln. Dies wiederum wirkt sich positiv auf das dauerhafte Loslassen Ihrer Phobie in problematischen Situationen aus.

Aller Anfang ist schwierig

Optionen und Lösungen gibt es reichlich und darum brauchen Sie genau genommen nichts Weiteres tun, als den ersten Schritt zu tun. Wenn Sie Ihre Angst überwunden haben, werden Sie mit einem erheblich unbeschwerteren Leben belohnt werden. Das sollte doch das oberste Ziel eines Jeden sein!